Die Ursprünge der Soka Gakkai International (SGI) und die Entwicklung ihrer Aktivitäten

Neuaufbau und Wachstum

Der zweite Präsident der Soka Gakkai - Josei Toda
Der zweite Präsident der Soka Gakkai - Josei Toda

Die meisten Verantwortlichen der Organisation schworen ihrem Glauben ab, um aus der Haft entlassen zu werden – nicht so Josei Toda. Während seiner Inhaftierung praktizierte er seine buddhistische Ausübung intensiv und studierte ernsthaft die Lehren Nichirens und das Lotos-Sutra. Dadurch kam zu der Überzeugung, dass es seine einzigartige Mission sei, die Lehren Nichirens zu verbreiten und aktiv zum Weltfrieden beizutragen. Der Neuaufbau und die Ausdehnung der Soka Kyoiku Gakkai wurden zu seiner Lebensaufgabe. Am 3. Juli 1945, nur wenigen Wochen vor Japans Kapitulation, wurde Toda, der bankrott und gesundheitlich stark angeschlagen war, aus der Haft entlassen. Er begann sofort mit dem Neuaufbau der Organisation.

Einer seiner ersten Schritte war das Wort „Kyoiku“ („Erziehung“) aus dem Namen der Organisation zu streichen. Sie hiess nun ab 1946 einfach Soka Gakkai (werteschaffende Gesellschaft). Er drückte dadurch seine Überzeugung aus, dass sich die Aufgabe der Soka Gakkai nicht allein auf Erziehung beschränken darf, sondern auf die Gesellschaft als Ganzes richten muss. Somit änderte er definitiv den Fokus von der Erziehungsreform hin zur Verbreitung des Buddhismus Nichirens in der Gesellschaft und zum Studium dessen Lehren. Toda wurde am 3. Mai 1951 formell zum zweiten Präsidenten der Organisation ernannt. Im selben Jahr trat in Japan eine neue Gesetzgebung für Religionsgemeinschaften in Kraft. In Zusammenhang mit diesem Gesetz wurde im Dezember 1952 die Soka Gakkai in Japan eine selbständige, registrierte Religionsgemeinschaft. Unter Todas Führung wuchs die Mitgliederzahl in den folgenden Jahren stark an.

Toda kümmert sich um Kinder während einer Versammlung (1957)
Toda kümmert sich um Kinder während einer Versammlung (1957)

Im September 1957 hielt Toda eine offizielle Rede zur Verbannung von Atom- und Wasserstoffbomben von dieser Erde. Dabei betonte er, dass nukleare Waffen eine grenzenlose Bedrohung der Menschheit darstellen und dem Geist des Buddhismus Nichirens für die Verwirklichung eines dauerhaften Friedens zuwiderlaufen. Diese Deklaration entspricht noch heute dem Ideal der Soka Gakkai International (SGI) und ist die Grundlage ihrer aktuellen Bewegung für Frieden und Kultur.

Ende desselben Jahres (1957) zählte die Soka Gakkai eine Mitgliederzahl von 765'000 Haushalten. Bereits im darauf folgenden Jahr, am 2. April 1958, starb Toda im Alter von 58 Jahren.